Samstags muss der EHC Illnau-Effretikon (EIE) nach Chiasso. Die Partie im Süden gegen die vorletzten Tessiner (fünf Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Seewen) wird ab 18 Uhr im Stadio del ghiaccio ausgetragen. Der EIE will diese letzte Auswärtspartie der laufenden Gruppenspiele gewinnen, wie Headcoach Dieter Wieser bestätigte: «Wir haben heute gegen Sursee unsere Pflicht erfüllt. Wir wollen aber auch die zwei noch ausstehenden Partien gegen Chiasso und Küsnacht gewinnen».

Bericht: Heinz Minder, Illnau

Mit 5:4 (1:0, 1:3, 3:1) bezwang Illnau-Effretikon am 18. November letzten Jahres Chiasso im Vorrundenspiel im Eselriet. Vor Saisonbeginn zählte Dieter Wieser die Tessiner noch zum engsten Favoritenkreis. Doch dieser Rolle wurde Chiasso nie gerecht und weist im Direktvergleich mit dem EIE gegenwärtig nicht weniger als 33 Punkte Illnau-Effretikon aus. Garantiert wird es aber für die Zürcher Oberländer am südlichsten Punkt der Schweiz zu keinem Spaziergang kommen. Dieter Wieser rechnet mit harter Gegenwehr. «Chiasso braucht dringendst Punkte». Momentan liegt Chiasso mit 10 Punkten zusammen mit Aufsteiger Seewen (fünf Zähler) am Tabellenende der Gruppe 1, während Lenzerheide-Valbella (5 Punkte) und Urdorf (11 Zähler) in der Gruppe 2 am Ende liegen. Diesem Quartett droht eigentlich die Abstiegsrunde. Somit braucht Chiasso aus den letzten zwei Runden unbedingt weiteren Punktezuwachs.

JEKAMI Meisterschaften

Ob diese vier Mannschaften am Ende wirklich die Abstiegsrunde austragen müssen, bleibt ein offenes Geheimnis. Vielleicht gibt es ja wieder keine sportlichen Absteiger. Der Verband wird sicher wieder Mannschaften suchen müssen, damit ein geregelter Erst- und Zweitliga-Meisterschaftsbetrieb in der kommenden Saison 2018/19 gesichert ist. Alle Jahre wieder. Erstligisten wollen nicht in die MSL aufsteigen. Drittligisten können/wollen nicht in die 2. Liga aufsteigen. So kommen vielfach Vereine am Grünen Tisch zum Handschlag, sich in der 2. Liga-Meisterschaft beteiligen zu dürfen. Der Beispiele gibt es genügend, solange der Verband nicht weiss, was er wirklich will und die Vereine nicht bereit sind, dieses Spielchen mit zu machen. Ende letzter Saison bestritten Küsnacht, Lenzerheide-Valbella, Club da Hockey Engiadina und Ascona die Abstiegsrunde. Reglementarisch wäre Engiadina (der diesjährige mögliche erste EIE-Play-Off Gegner im Achtelsfinal Ende der laufenden Gruppenspiele) eigentlich mit Ascona (6 Spiele/Null Punkte) abgestiegen, doch Club da Hockey Engiadina (6 Spiele/11 Punkte) zusammen mit Küsnacht (6/13) und Lenzerheide-Valbella (6/12) – beide über dem Strich in der Abstiegsrunde – wieder in der 2. Liga-Meisterschaft antreten.

Und punkto Aufstieg: Sursee, hinter Herisau «nur» Zweiter, kam zum Handkuss für den Aufstieg, ob schon dem Verein der sportliche Aufstieg auf dem Eis ebenso wenig geglückt war, wie den Reservisten des EHC Seewen, die gar als Dritter der Finalrunde (hinter Bülach und Ceresio) noch in die Zweitliga-Aufsteigen durften und somit das Teilnehmerfeld der JEKAMI-Liga mengenmässig auffüllten.

Erfolgreich in Erstliga unterwegs – dann freiwilliger Abstieg

Chiasso spielte in jüngster Zeit auch mal äusserst erfolgreich in der Erstliga mit. 2010/11 schafften es die Tessiner nach der Qualifikation im Play-Off bis in den Halbfinal, wo sie letztlich in der Best-of-five Serie mit 1:3 an PIKES scheiterten. Oder ein Jahr später: 3:1 Best-of five Serie über Dübendorf, im Halbfinal dann mit 1:3 Spielen an Winterthur gescheitert, wie 2012/13: Einzug in den Play-Off Halbfinal der Erstligisten mit 3:1 über Chur Capricorns, dann wieder Aus im Halbfinale mit 1:3 an Winterthur. Und dann: Von heute auf morgen freiwilliger Rückzug in die 2. Liga.

Chiasso feierte im letzten Heimspiel seinen bislang einzigen Saisonsieg

Im letzten Heimspiel vom 20. Januar 2018, dem Duell der Kellerkinder gegen Liga-Neuling Seewen, feierte Chiasso mit 6:0 seinen bislang ersten und einzigen Sieg in der laufenden Meisterschaft. Von bislang 16 Partien haben die Tessiner deren elf verloren. Zuletzt resultierte im Tessiner-Derby auswärts in Bellinzona eine 2:4 (1:0, 1:3, 0:1) Niederlage. Dieter Wieser erwartet «eine harte Auseinandersetzung». Es werde garantiert «ein hartes Stück Arbeit» werden, wie der EIE-Trainer glaubt. «Wir müssen auf der Hut sein» und weil Chiasso, wie Dieter Wieser weiter feststellte, «mit Abstand die meisten Strafen holt, könnte es samstags viele Powerplaymöglichkeiten für uns geben». Dies allerdings nur dann, wenn sich die EIE-Spieler durch den Gastgeber nicht provozieren lassen und selbst unnötige Ausschlüsse vermeiden können. «Wir arbeiten deshalb hart und intensiv an unserem Überzahlspiel», wie Wieser meinte. Und der EIE-Trainer ist davon überzeugt, dass «wir mit der richtigen Einstellung samstags in den Süden fahren und alles unternehmen werden, um einerseits mit drei Punkten im Gepäck und zweites ohne verletzte Spieler erfolgreich die Heimreise antreten können».

Zweite EIE-Linie könnte Wunderwaffe werden

Zuletzt gegen Sursee lief Illnau-Effretikon mit einer neuen zweiten Linie ein. Mit Vögeli, Förderreuther, Lionel Kuhn «haben wir heute erstmals so aufgespielt», wie Wieser meinte. «Ich bin mehr als zufrieden, wie diese Linie harmonierte. Sie könnte für uns noch eine Wunderwaffe werden». Der EIE-Trainer meinte: «Jetzt müssen wir nur noch etwas an der dritten Linie feilen». Eine Woche früher als er eigentlich meinte, gab Carlo Fäh nach seiner Ellbogenverletzung gegen Sursee bereits wieder sein Comeback. Dies stellte Nicola Gretler für das Spiel in Chiasso in Aussicht und hofft, nach seinem Kieferbruch bereits gegen die Tessiner wieder einlaufen zu können. Im Hinblick auf die nächsten zwei Spiele, «orientieren wir uns bereits an den kommenden Play-Off-Partien».

Von 16 Spielen deren 14 gewonnen

Der EHC Illnau-Effretikon (EIE) ist in dieser Saison 2017/18 erfolgreich unterwegs. Von den bislang 16 Zweitliga-Meisterschaftspartien hat der EIE deren 14 gewonnen. Eine Begegnung, das Vorrunden-Derby (Heimspiel) gegen den damaligen Tabellenführer ging für den EIE erst über die Verlängerung knapp mit 5:6 (1:1, 2:2, 2:2; 0:1) nach 61:46 verloren, brachte dem EIE aber immerhin als verdiente Belohnung einer starken Kollektivleistung noch einen wichtigen Punktegewinn. Im Rückrundenspiel gegen das gleiche Dürnten bezog Illnau-Effretikon mit 2:3 dann die erste Saisonniederlage über die «normale» Spielzeit von 60 Minuten. In 16 Spielen ist der EIE nun auf 43 Punkten (Leader Dürnten 44 Zähler an diesem Wochenende mit Heimspielvorteil gegen das Drittklassierte Luzern) angekommen.

EIE auf Punkte-Rekordjagd

Selten so viele Punkte vermochte die Mannschaft von Dieter Wieser in den letzten Jahren zu erobern. 2012/13 – damals unter Stefan Kellenberger – beendete Illnau-Effretikon die Zweitliga-Meisterschaft nach 20 Partien – mit 21 Punkten auf dem enttäuschenden achten Zwischenrang. 2013/14 holte sich der EIE – ebenfalls über 22 Spiele – hinter dem Erstrangierten Wetzikon (22/59) und Dürnten (22/53) mit 48 Punkten den dritten Rang. Ein Jahr später – klar: Dürnten (20 Spiele/54 Punkte) dominierte die Gruppenspiele nach dem Aufstieg der Wetziker wieder – kam der EIE auf 40 Punkte. 2015/16: Dürnten holt sich «standesgemäss» den ersten Gruppenrang – 18 Spiele/39 Punkte – der EIE sich den zweiten Platz – punktegleich – doch weil Dürnten die Derbys zu gewinnen vermochte, ging der erste Rang an den zweifachen 2. Liga-Meister (2014/15 und 2015/16). Und in der letzten Saison: Gleiches Bild – Dürnten dominierte – Erster Schlussrang mit 45 Punkten – der EHC Illnau-Effretikon auf dem zweiten Schlussrang mit 40 Punkten aus 18 Spielen. Somit hat die Mannschaft von Dieter Wieser diesen Rekord bereits eingestellt. Bei optimalsten Verlauf und zwei weiteren Siegen zum Abschluss – könnte Illnau-Effretikon am Ende auf 49 Punkte aus 18 Spielen kommen – und das wäre dann eine neue Rekordmarke.


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