Samstags steigt nun also in der Eishalle Bäretswil der absolute Spitzenkampf der Gruppe 1. Aktueller Tabellenzweiter – Dürnten Vikings vs aktueller Tabellenführer – Illnau-Effretikon (EIE). Beide Vereine scheinen für das zweite Zürcher Oberland-Derby in dieser Saison, das um 17:30 Uhr angepfiffen wird, bereit und gerüstet. EIE-Freunde tun vielleicht gut daran, die Reise nach Bäretswil nur mit einem obligatorischen Baldrian in Angriff zu nehmen.

Bericht: Heinz Minder, Illnau

In Mannschaftssportarten, ob Fussball, oder Eishockey, gibt es sie mit unter. Paarungen um Ernstkämpfe, wo es einer Mannschaft, meist ungeachtet der aktuellen Tabellensituation, gegen einen bestimmten Gegner einfach nicht rollen will. Dies, meist über eine längere Zeitspanne hinweg. Es sind dies die berüchtigten Punktekämpfe gegen sogenannte ‘Angstgegner’.

Mythen – Tatsachen – oder Aberglaube?

Auch der EIE kennt solche Spiele gegen Vereine, gegen die man meist grösste Mühe hat und vielfach trotz grossen Anstrengungen einfach nicht gewinnen kann. Kopfsache? Verschiedentlich tat sich der EHC Illnau-Effretikon in jüngster Vergangenheit beispielsweise gegen Luzern und Zug sehr schwer. EIE-Captain Thomas Korsch, der inzwischen in 14 aktuellen Punktekämpfen der laufenden Saison 2017/18 zehn Tore und 21 Assists verbuchen konnte und es somit mit insgesamt 31 Skorerpunkten auf den Spitzenrang brachte (Michale Sommer traf bislang bereits 16 Mal und leistete zudem 12 Vorlangen; Carlo Fäh in 13 Spielen 9 Tore/16 Assists und Yves Förderreuther 16/7), meinte unlängst: «Innerschweizer liegen uns einfach nicht». Korschs Aussage bestätigten die EIE-Resultate in der letzten Saison. 1:6 EIE-Niederlage in Zug; 2:6 Heimniederlage von Illnau-Effretikon gegen Luzern.

Letzter EIE-Sieg datiert vom 8. November 2014

Fast gleiches trifft auf die Oberland-Derbys gegen Dürnten zu. Der EHC Illnau-Effretikon (EIE) kann gegen die Dürnten Vikings scheinbar einfach nicht gewinnen. Einfach deshalb nicht, weil die Mannschaft von Dieter Wieser das diesjährige erste Zürcher Oberland-Derby mit 5:6 (1:1, 2:2, 2:2) über die Verlängerung verlor und damit wiederum wie im Vorjahr erstmals im heimischen Eselriet durch den zweifachen 2. Liga-Meister Ostschweiz (2014/15 und 2015/16) die erste Saison-Heimniederlage einstecken musste. Dürnten Vikings siegte damit im sechsten Spiel in Folge über den EIE. Der letzte Sieg des EHC Illnau-Effretikon über Dürnten Vikings datiert vom 8. November 2014 – damals gewann der EIE in Bäretswil dank Diego Muspach, welcher in der Verlängerung (61:41) den 4:3 Siegtreffer landen konnte. In der Hoffnung, dass bekanntlich jede Serie einmal zu Ende geht, blickt man im EIE-Lager optimistisch und zuversichtlich dem absoluten Spitzenkampf und wohl dem ersten Highlight es Jahres 2018 entgegen.

Optimistisch und zuversichtlich wohl deshalb, weil man im Vorfeld des nächsten EIE-Punktespieles einfach nicht darum herumkommt, nochmals auf den letzten Match zurück zu blicken.

Beim EIE sind Umstellungen zu erwarten

Im guten und starken EIE-Start gelang der Heimmannschaft von Dieter Wieser nur ein Tor – Luzern hingegen gleich deren drei. «Wir mussten uns nach dem 1:3 Rückstand erst wiederfinden», so der EIE-Headcoach «und brauchten dafür praktisch ein ganzes (Mittel)-Drittel. Beim Gang zur ersten Drittelpause humpelte dann Yves Brasser mit lädiertem Knie und fiel aus. Gabriel Gretler, von der ersten EIE-Defensive (an Seite von Fabian Brockhage), schüttelte derweil etwas die Schultern, meinte aber, wohlwissen, dass man nicht gerade das Gelbe vom Ei gezeigt hat «wir haben noch zwei Drittel Zeit».

EIE in Playoff-Stimmung

Zeit! Diese schien dann spätestens ab dem Zeitpunkt komplett gegen Illnau-Effretikon zu laufen, als Luzern kurz nach Wiederbeginn durch Gianmarco Guidon und bei Ausschluss von Marc Andersen, das 4:1 markierte (22:34). Was nun? Alles oder nichts? Dieter Wieser: «Wir hatten heute Play-Off-Stimmung». Am Schluss habe er und sein Assistent Urs Wegmann, der während eines Punktespieles die EIE-Verteidiger führt und steuert «nur noch auf Sieg gecoacht» und schliesslich, nach dem Ausfall von Carlo Fäh Ende Mitteldrittels (Ellbogenverletzung) «auf zwei Linien umstellen müssen». Carlo Fäh meinte später, er müsse sich den lädierten Ellbogen «vielleicht nähen lassen», womit sein Einsatz samstags im Derby in Bäretswil noch ungewiss ist.

EIE-Powerplay funktionierte gegen Ende

Dass am Ende das anfangs schlecht und keinesfalls wunschgemäss funktionierende EIE-Powerplay «gegen die bislang beste Box der Gruppe den heutigen Match noch entschied, das war schon recht cool», wie Dieter Wieser fang. Der EHC Illnau-Effretikon wird «hoch motiviert» zu Dürnten fahren. «Wir können nur noch Erster – oder Zweiter werden». Die Direktverfolger wie das nun zum zweiten Mal in dieser Saison geschlagene Luzern (14 Spiele/28 Punkte) oder Bassersdorf, können den EIE nicht mehr überholen.

Stelldichein der Topscorer

Der absolute Spitzenkampf zwischen den beiden Zürcher Oberländern bringt im zweiten Derby der laufenden Saison – Illnau-Effretikon – 14 Spiele/40 Punkte – 77:43 – gegen Dürnten – 14/38 (99:31) – auch gleichzeitig das Stelldichein der Topscorer. Dank des Steinzeitsieges Dürntens am vergangenen Sonntag im Tessin bei Bellinzona mit 14:4 (1:0, 7:1, 6:0) ist nun die Topscorer-Liste der Gruppe 1 fest in Zürcher Oberländer-Hand. Adrian Stoop hat nun mit 32 Punkten die Spitze übernommen (14 Tore/18 Assist), gefolgt vom EIE-Duo Thomas Korsch (9/22; 31 Punkte) und Michael Sommer (16/12; 28 Punkten). Dank seinen drei Toren sonntags im Tessin hat sich Andy Rüegg auf den vierten Zwischenrang «vorgeschossen» (17/9; 26 Punkte). Einzig der Luzerner Captain Reto Burkart vermochte mit 12 Toren/14 Assists die Oberländer-Dominanz zu durchbrechen, denn hinter Burkart folgt der EIE-Stürmer Carlo Fäh – der in 13 Partien – 10 Tore und 16 Assists erzielte, vor Michel De Martin (Dürnten/12 Spiele, 12 Tore/12 Assist) und dem EIE-Flügel Yves Förderreuther – mit insgesamt 23 Punkten (16 Tore/7 Assists). Gastgeber Dürnten ist mit seiner Torproduktion bereits bei 99 Treffern angekommen. So fragt man sich denn, wer gegen Illnau-Effretikon samstags wohl das Jubiläum-Tor – 100 Treffer – erzielen wird. Dagegen werden wohl die EIE-Spieler, allen vor ab Keeper Dennis Volkart grosse Einwände haben. Für Hochstimmung in Bäretswil dürfte wohl gesorgt sein. Die Affiche jedenfalls spricht wieder für einen spannenden Punktekampf, zu welchem sich Dürnten als zweifacher Zweitliga-Meister sonntags im Tessin bereits warm geschossen hat.

 


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